Beatles-Fotografin Astrid Kirchherr

Geboren wurde Astrid Kirchherr am 20. Mai 1938 in Hamburg. Die Nähe zu England sollte ihr Leben später beeinflussen. Nach der Schule wurde sie Künstlerin und Fotografin. Bekannt sind ihre Fotos und weltweiten Buchveröffentlichungen der Beatles. Doch zuvor schloss sie 1960 das Studium an der Meisterschule für Mode, Textil, Grafik und Werbung in Hamburg ab. Anschließend wurde sie Assistentin von Reinhart Wolf und lernte Schwarz-Weiß-Fotografien mit der Rolleiscord anzufertigen. Dies sollte auch liebstes fotografisches Gebiet bleiben. In Farbe fotografierte sie nur durch maximalen Kontrast und stets ohne Kunstlicht.

Die Beatles im Kaiserkeller

Als Klaus Voormann und Jürgen Vollmer sie im Oktober 1960 mitnahmen, um im Hamburger Kaiserkeller die Beatles zu treffen, entstanden die ersten Fotos der Gruppe. Geknipst hatte diese Astrid Kirchherr. Dabei hatten die Beatles Einfluss auf ihr Image und ihren Modegeschmack. Als sie sich in den Künstler Stuart Sutcliffe verliebte, verpasste sie ihm die erste Pilzkopffrisur. Als Vorbild hierfür diente Vollmer selbst. Paul McCartney und John Lennon lachten zwar zuerst über diese Frisur, machten sie aber ab Oktober 1961 ebenfalls zu ihrem Markenzeichen.

Liebe und Trauer in Schwarz-Weiß

1962 verdarb Sutcliffe in den Armen seiner Liebsten. Er hatte eine Gehirnblutung erlitten. In den Wochen voller Trauer fotografierte Astrid Kirchherr George Harrison und John Lennon. Aus dieser Zeit stammen die bis heute präsenten Bilder vom Dachboden. Immer wieder durfte sie die Beatles fotografieren. Sie fand eine Anstellung als freie Fotografin beim Stern. Nachdem sie 1967 den Schlagzeuger Gibson Kemp heiratete, zog sie sich aus der Öffentlichkeit zurück. Ihr letztes veröffentlichtes Foto ist das Cover des Albums Wonderwall Music von George Harrison.

Mehr als nur ein Lied

Paul McCartney schrieb das Lied Baby´s in Black für Astrid Kirchherr. Während sie in den 1970er und 1980er Jahren mehr Hausfrau war und sich in verschiedenen Berufen übte, vermarktete sie ab 1990 ihr Fotoarchiv. Weltweite Ausstellungen und Fantreffen verschiedene Bildbände profitierten von ihrem Archiv. 2011 erwarb der Fotograf Kai-Uwe Franz und eine amerikanische Investorenfamilie all die Bilder, die Astrid Kirchherr in ihrer Karriere anfertigte. Noch immer werden diese Aufnahmen der Öffentlichkeit in verschiedenen Ausstellungen präsentiert.

Von Kai-Uwe Franz – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=90479968

Astrid Kichherr starb am 12. Mai im Alter von 81 Jahren in Hamburg.

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